Die Insolvenzanfechtung nach den §§ 129 – 147 der Insolvenzordnung hat das Ziel, sachlich ungerechtfertigte Vermögensverschiebungen aus der Zeit vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens rückgängig zu machen. Oft ist die Versuchung groß, vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Vermögen beiseitezuschaffen oder die Forderungen einiger Gläubiger noch zu erfüllen. Früheres Schuldnervermögen kann mit Hilfe der insolvenzrechtlichen Anfechtung dann wieder der Insolvenzmasse zugeführt werden.

 

 

Anfechtungstatbestände werden in der Praxis von den Insolvenzverwaltern sehr weit interpretiert und eingeklagt. So können z. B. Miet- oder Pachtzahlungen über einen Zeitraum bis zu 10 Jahren vor Insolvenzantragstellung zurückgefordert werden, wenn der Vermieter oder Verpächter "bösgläubig“ hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit des Schuldners war. Diese "Bösgläubigkeit" kann auch anhand von Indizien wie "Zahlungsstockungen" oder "Ratenzahlungsvereinbarungen" unterstellt werden.

 

 

Hier gilt es unberechtigte Anfechtungstatbestände des Insolvenzverwalters aufzudecken und abzuwehren.